Bei William Klotz, Jahrgang 2011, ging vieles schneller.

Manchmal braucht es viele Jahre, bis ein Sportler in einem neuen Verein wirklich angekommen ist. Bei William Klotz, Jahrgang 2011, ging vieles schneller.


Erst seit 2025 schwimmt William für den Schwimm-Club Wiesbaden. Nur etwas mehr als ein Jahr später ist er Deutscher Jahrgangsmeister, Mitglied des Perspektivteams des Hessischen Schwimm-Verbandes und durfte bereits im deutschen Trikot international antreten.


Eine Entwicklung, die beeindruckt. Und eine Geschichte, bei der es um weit mehr geht als nur um schnelle Zeiten.


Der erste große Erfolg im SCW-Trikot


Schon in seiner ersten Saison für den SC Wiesbaden zeigte William, welches Potenzial in ihm steckt.

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2025 in Berlin schwamm er über 400 m Lagen in 4:54,53 Minuten auf Platz drei des Jahrgangs 2011 und holte damit seine erste DJM-Medaille für den SCW.


Auch auf süddeutscher Ebene zeigte sich bereits seine außergewöhnliche Vielseitigkeit. William wurde 2025 Süddeutscher Jahrgangsmeister über 400 m und 1.500 m Freistil und gewann zusätzlich Bronze über 200 m Brust.


Lagen, Brust, lange Freistilstrecken: William ist kein Schwimmer, dessen Können sich auf eine einzige Disziplin reduzieren lässt.

Und genau diese Vielseitigkeit sollte ein Jahr später noch wichtig werden.


15 Sekunden, die viel über einen Weg erzählen


Im Juni 2026 kehrte William zu den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften nach Berlin zurück.

Wieder standen die 400 m Lagen auf dem Programm. Wieder ging es gegen die besten Schwimmer seines Jahrgangs aus ganz Deutschland.


Doch diesmal schwamm William nicht auf Platz drei.


Nach Schmetterling, Rücken und Brust ging es auf die letzten 100 Meter Freistil. Nach 4:38,93 Minuten schlug er an.

Platz eins. Deutscher Jahrgangsmeister 2026 über 400 m Lagen im Jahrgang 2011.


Gegenüber seiner Bronzemedaille ein Jahr zuvor hatte er sich auf derselben Strecke um 15,60 Sekunden verbessert.

Das ist vielleicht die Zahl, die Williams Entwicklung seit seinem Wechsel nach Wiesbaden am besten beschreibt.

Doch auch die anderen Ergebnisse zeigen seine Breite. Bei derselben DJM wurde er Vierter über 200 m Brust in 2:28,62 Minuten und gehörte auch über 200 m Lagen zur deutschen Jahrgangsspitze.


Vom SCW in das deutsche Nachwuchsteam


Mit dem deutschen Meistertitel kam 2026 der nächste große Schritt.


William unterbot die NK2-Norm des Deutschen Schwimm-Verbandes und wurde für Maßnahmen der deutschen Jugend-Nationalmannschaft nominiert.


Vom 27. Juni bis 5. Juli trainierte er mit dem deutschen Nachwuchsteam auf Mallorca. Zweimal täglich Wassertraining, zusätzlich Landtraining und intensive Arbeit an Starts, Wenden und technischen Details standen auf dem Programm.


Kurz darauf durfte William das erleben, wovon viele junge Schwimmer träumen:

für Deutschland an den Start gehen.


Beim Central European Countries Junior Meeting in Ljubljana gehörte er zum 24-köpfigen deutschen Aufgebot. Auf seinen Paradestrecken 200 m und 400 m Lagen erreichte William jeweils das Finale. Deutschland belegte in der Nationenwertung den vierten Platz.


Aus dem Nachwuchsschwimmer, der 2025 neu zum SCW gekommen war, war innerhalb kurzer Zeit ein deutscher Nachwuchsnationalmannschaftsschwimmer geworden.


Einer, der nicht nur Lagen kann


Die 400 m Lagen sind inzwischen Williams Paradedisziplin. Aber gerade seine Vielseitigkeit macht ihn sportlich besonders interessant.


2026 wurde er Hessischer Jahrgangsmeister über 1.500 m Freistil in 17:19,34 Minuten. Auffällig ist dabei seine Renneinteilung: Über weite Teile des Rennens hielt er seine 100-Meter-Abschnitte konstant um 1:09 bis 1:10 Minuten und konnte die letzten 100 Meter noch einmal auf 1:06,59 Minuten beschleunigen.


Bei den Hessischen Jahrgangsmeisterschaften 2026 gewann William gleich sechs Titel seines Jahrgangs.


Und auch außerhalb des Beckens sammelt er Erfahrungen. Bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften 2026 schwamm William gemeinsam mit Johann Weiß und Niklas Maack in der Jugend-B-Staffel des SCW auf Platz vier.

Seine Leistungen der Saison 2025/2026 führten schließlich auch zum nächsten Schritt innerhalb der hessischen Nachwuchsförderung: William wurde in das Perspektivteam des Hessischen Schwimm-Verbandes berufen.


Aber Williams Geschichte ist auch eine Familiengeschichte


Dass William beim SC Wiesbaden angekommen ist, merkt man nicht nur an seinen Ergebnissen.


Auch seine Schwester schwimmt inzwischen für den SCW. Seine Mutter Nicole Klotz engagiert sich als Jugendtrainerin und steht damit selbst regelmäßig am Beckenrand. Sein Vater Stefan engagiert sich ehrenamtlich in der Leitung der Schwimmabteilung und hilft dort, wo Unterstützung gebraucht wird.


Obwohl die Familie erst seit 2025 zum SCW gehört, ist sie damit innerhalb kurzer Zeit zu einem Teil des Vereinslebens geworden.


Das ist für uns mindestens genauso wertvoll wie Medaillen.


Denn ein Verein funktioniert nicht allein durch die Menschen, die im Wasser um Hundertstelsekunden kämpfen. Er funktioniert durch Familien, Trainerinnen und Trainer, Ehrenamtliche und all diejenigen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas aufzubauen.


Die Familie Klotz zeigt, wie schnell aus einer neuen Mitgliedschaft echtes Vereinsleben werden kann.


Und William?

Der ist gerade einmal Jahrgang 2011.


Deutsche Jahrgangsmeisterschaft, NK2-Norm, Jugend-Nationalmannschaft, internationale Finals und HSV-Perspektivteam sind deshalb keine Bilanz einer langen Karriere.


Sie sind der Anfang.


Wie weit dieser Weg führt, kann heute niemand wissen. Aber innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr beim SC Wiesbaden hat William gezeigt, was mit Talent, Trainingsfleiß, Vielseitigkeit und einem starken Umfeld möglich ist.


Wir freuen uns darauf, ihn auf diesem Weg weiter zu begleiten.


William, wir schwimmen für das Team. ❤️

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